Schäden am Turbolader erkennen

Sobald die Vermutung aufkommt, dass der Turbolader kaputt ist, herrscht meist Unsicherheit. Dabei gibt es, wie bei jedem Defekt am Auto, gut interpretierbare Symptome, anhand derer Sie einen Turbolader-Schaden identifizieren können.

Wichtig ist, dass der Defekt rechtzeitig erkannt wird. Wird der Turbolader zu spät gewechselt, kann dies zu einem Motorschaden führen. Denn abgerissene Bauteile des Turboladers gelangen auf kurz oder lang in den Verbrennungsraum. Und das verursacht beträchtliche Folgeschäden, so dass nicht nur der Turbolader, sondern im schlimmsten Falle der ganze Motor ausgetauscht werden muss.

Einen Grund in Panik zu verfallen gibt es trotzdem nicht und Fälle dieser Art treten sehr selten auf. Die meisten Autofahrer beziehungsweise Werkstätten merken rechtzeitig, wenn mit dem Turbolader etwas nicht stimmt. Reagieren Sie also nicht überempfindlich auf jeden Ton unter der Motorhaube.

Bestimmte Geräusche klingen im ersten Moment zwar wie die Anzeichen eines Turbodefekts, haben dann aber schlussendlich ganz andere Ursachen. Welche Symptome bei einem beschädigten Turbolader auftauchen, können Sie unserer folgenden Aufführung entnehmen. Beachten Sie hierbei jedoch, dass der Abgleich mit diesen Anzeichen keine Prüfung des Turboladers ersetzt. Bevor Sie zu schnelle Schlüsse ziehen, sollten Sie einen Fachmann aufsuchen, der Ihr Fahrzeug genauer unter die Lupe nimmt.

 

TYPISCHE ANZEICHEN FÜR EINEN TURBOLADER-DEFEKT

Anzeichen

Mögliche Ursache

Was Sie tun können

Turbolader pfeift

Pfeift der Turbolader mit steigender Drehzahl, ist die Welle beschädigt. Das Geräusch entsteht durch die metallische Reibung.

Turbolader überholen bzw. Instand setzen.

Entwicklung von blauem Rauch

Die Entwicklung von blauem Rauch deutet auf eine Ölundichtigkeit im Turbolader hin. Das Öl zur Lagerung und Kühlung der Welle gerät dann in den Auspuff und verbrennt.

Turbolader überholen bzw. Instand setzen.

Entwicklung von schwarzem Rauch

Schwarzer Rauch deutet auf mangelhafte Luftzufuhr hin. Bei der Verbrennung überwiegt dann der Kraftstoffanteil. Dies kann auf eine Undichtigkeit der Frischluftleitung hinweisen.

Schläuche und Anschlüsse der Saug- oder Druckluftleitungen auf Dichtigkeit überprüfen, evtl. austauschen. Tiefliegende Leitungen (Ladeluftkühler) können sich bei Aufsetzern lösen/beschädigt werden.

Erhöhter Ölverbrauch (I)

Verbraucht der Motor viel Öl, kann dies auf einen Lagerschaden des Turboladers oder eine Verstopfung bzw. einen Defekt der Ölzuleitungen zurückzuführen sein.

Ölleitungen des Turboladers kontrollieren und ggf. ersetzen.

Erhöhter Ölverbrauch (II)

Genauso ist es aber auch möglich, dass ein Abgasstau aufgrund eines DPF-Defektes besteht.

Abgasanlage prüfen.

Leistungsverlust (I)

Ist das Verdichterrad beschädigt, gelangt nicht genügend Luft in die Zylinder. Dies spiegelt sich durch einen Leistungsverlust beim Beschleunigen wider.

Neues Verdichterrad, Turbolader überholen, Ansaugtrakt vor künftigem Fremdkörpereinfall schützen.

Leistungsverlust (II)

Ist die VTG-Einheit verrußt, kommt es zum Klemmen der Leitschaufeln. Der Lader kann so nur verspätet oder gar keinen Druck mehr aufbauen.

Lader zerlegen und reinigen, Ursache für erhöhte Rußbildung abstellen.

Zu hoher Ladedruck

Das Ventil zur Ladedruckregulierung, Steuerleitungen oder Unterdruckdose ist defekt.

Unterdruckdose tauschen, Ventil freigängig machen, Steuerleitung reparieren.

Geräusche am Turbolader

Staudruck der Abgasanlage zu hoch, Verdichterrad oder Turbinenrad beschädigt, Undichtigkeit vor der Turbine (zum Beispiel am Krümmer).

Auspuff auf Schäden prüfen, Verdichter oder Turbine instand setzen, Undichtigkeit beseitigen.