Pflege und Wartung des Turboladers

Da der Turbolader die Energie des Abgases nutzt, ist er hohen Temperaturlasten ausgesetzt. Turbinenseitig erfährt er Abgastemperaturen von bis zu 1.050°C, wenige Zentimeter daneben beträgt die Temperatur am Verdichter nur 250°C. Zusätzlich dreht sich zwischen Turbinen- und Verdichter-Gehäuse außerdem die Welle mit bis zu 320.000 Umdrehungen pro Minute in einem ölgeschmierten Gleitlager. Turbolader sind also echte „Lastenträger“, benötigen in der Regel aber trotz allem keine gesonderte Pflege. Allerdings erhöht ein pfleglicher Umgang natürlich die Lebensdauer. Unsere Empfehlung ...

 

MOTOR WARMFAHREN

Ist der Motor kalt und der Fuß liegt zu schwer auf dem Gaspedal, kann der Turbolader schnell Schäden davontragen. Darum: Fahren Sie den Motor warm, bevor Sie aufs Gas drücken! Erst wenn die Temperaturanzeige den passenden Mittelwert erreicht hat (nach ca. 15 min.) ist auch die optimale Öltemperatur erreicht! Durch das Motor-Öl wird nämlich nicht nur der Motor geschmiert, sondern auch der Turbolader. Denken Sie einfach an die 320.000 Umdrehungen!

 

MOTOR KALTFAHREN

Ist der Motor stark beansprucht worden und hat eine längere Vollgasfahrt hinter sich, freut sich der Turbolader über etwas Entspannung. Lassen Sie ihn dazu ca. 5 min. auslaufen, bis der Druck im System abgebaut ist und der Turbolader sanft abkühlen konnte. Stellt man den Motor hingegen unmittelbar ab, kann sich ein Hitzestau im Motorraum bilden. Die Hitze der Abgasturbine heizt dann das Gehäuse mit der Turboladerwelle und den Ölkanälen auf. Die Folge: Das Öl kann verkoken und bildet feste Rückstände, welche die Lebensdauer der Lagerung stark verkürzen. Übrigens: Eine gemächliche Fahrt mit geringer Last (langsam) ist meist effektiver als ein Abkühlen im Stand. Bereits wenig Fahrtwind reicht, um den Turbolader herunter zu kühlen.

 

MEHRBELASTUNGEN AUSSCHLIESSEN

Jeder Turbolader ist für eine bestimmte Maximal-Drehzahl und Maximal-Temperatur ausgelegt. Wird er längere Zeit über die maximalen Werte hinaus betrieben, wird er dies nicht schadlos ertragen. Wer also aufgrund einer nachträglichen Leistungssteigerung – zum Beispiel mit Hilfe von Chiptuning – die vorgesehenen Grenzwerte dauerhaft überschreitet, steigert das Risiko, dass der Turbolader deutlich früher ausfällt.

 

WARTUNG NICHT VERGESSEN

Das einfachste Mittel, um den Turbolader zu schonen? Regelmäßige Wartung! Da der Turbolader durch das Motorenöl geschmiert wird, ist das vom Fahrzeug-Hersteller vorgeschriebene Öl und der Austausch desselbigen elementar für eine lange Lebensdauer des Turboladers. Der Wechsel sollte regelmäßig gemacht und nicht zu oft hinausgezögert werden, denn mit der Zeit ändern sich durch Kraftstoffverunreinigungen und Verbrennungsrückstände die Schmiereigenschaften des Öls. Das Risiko kostspieliger Schäden durch höheren Verschleiß im Verbrennungsmotor wie auch in der Lagerung des Turboladers steigt damit beachtlich. Nicht vergessen: Auch das Filtersystem sollte entsprechend der Herstellerangaben regelmäßig überprüft werden! Denn alles was an Dreck und Ablagerungen in den Motor gelangt, gerät auf kurz oder lang auch in den Turbolader.